
Pittel+Brausewetter ist ein traditionsreiches Bauunternehmen mit Sitz in Wien und mehreren Niederlassungen in Niederösterreich. Mit eigenen Asphaltmischanlagen in Wien-Inzersdorf, Tulln-Nitzing und Bratislava sowie Beteiligungen an weiteren Gemeinschaftsanlagen in Markgrafneusiedl (AMB), Maustrenk (WMW) und Nußdorf ob der Traisen (TAM) zählt P+B zu den etablierten Anbietern im Straßen- und Tiefbau. Das Unternehmen beliefert sowohl eigene Bauprojekte als auch externe Partner und verfügt damit über eine zentrale Rolle in der regionalen Infrastrukturversorgung.
Die Strukturen waren jedoch über viele Jahre organisch gewachsen. Unterschiedliche Abläufe an den Standorten, dezentrale Systeme und eine begrenzte Transparenz zwischen Mischanlagen, Baustellen und Kunden führten zu Medienbrüchen und zusätzlichem Abstimmungsaufwand im Tagesgeschäft. Bestellungen wurden teils telefonisch, teils manuell abgewickelt, Informationen lagen verstreut vor und ein einheitlicher Überblick über Produktion, Logistik und Lieferung war nur mit hohem Aufwand möglich.
Vor diesem Hintergrund suchte Pittel+Brausewetter nach einer Lösung, um die Prozesslandschaft zu harmonisieren. Zentrale Ziele waren die Vereinheitlichung der Bestell- und Lieferprozesse über alle Mischanlagen hinweg, der Aufbau einer zentralen Datentransparenz von der Produktion bis zur Lieferung, Echtzeit-Einblicke in Betriebs- und Produktionsdaten, digitale Schnittstellen zu Baustellen und externen Partnern sowie eine solide Grundlage für Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und kontinuierliche Prozessoptimierung. Gemeinsam mit Q Point wurde daraufhin eine umfassende Digitalisierungsoffensive gestartet.
Im Mittelpunkt des Projekts steht das Zusammenspiel von Q Plant und Q Site als integriertes System-Duo. Q Plant fungiert als digitaler Hub, der Daten aus unterschiedlichen Quellen - darunter das Steuerungssystem Ammann as1 und das Wiegesystem Batsch mit Butler - zusammenführt. Diverse Betriebskennzahlen werden automatisiert erfasst, zentral gespeichert und übersichtlich visualisiert. Damit entsteht eine einheitliche, verlässliche Datenbasis für Produktion, Logistik und Management.
Q Site ergänzt diese Plattform um den Bestell- und Kommunikationsprozess. Bauleiterinnen und Bauleiter, Poliere sowie externe Kunden können Bestellungen digital anlegen, Nachlieferungen planen und alle relevanten Dokumente in Echtzeit abrufen. Baustellen und Mischanlagen greifen auf denselben Informationsstand zu, was Rückfragen reduziert und eine durchgängige Planung vom Mischwerk bis zur Einbaustelle ermöglicht.
Die Implementierung erfolgte bewusst schrittweise. Zunächst wurden die eigenen Mischanlagen in Wien-Inzersdorf und Tulln-Nitzing als Pilotstandorte ausgewählt. In weiteren Schritten folgen die Integration der Beteiligungsanlagen. Parallel dazu wird ein zentraler Butler-Server aufgebaut, um eine einheitliche Stammdatenverwaltung über alle Werke hinweg sicherzustellen. Die Mitarbeitenden in den Mischanlagen und auf den Baustellen wurden gezielt geschult und Q Site Essential eingeführt, um einen reibungslosen Übergang in die neuen digitalen Abläufe zu gewährleisten.
Darauf aufbauend wurde die Lösung um ein digitales Transport-Tracking erweitert. Über Q Transport und die dazugehörige App werden in Zusammenarbeit mit der firmeneigenen Spedition ContraCon die Transporte transparent abgebildet. Sobald ein Lkw das Werk verlässt, stehen die zugehörigen Lieferinformationen digital zur Verfügung. Gleichzeitig wurden die Weichen für eine künftige externe Anbindung gestellt, um Partner direkt in die digitale Prozesskette einbinden zu können. So entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess von der Bestellung über die Produktion bis zur Lieferung - inklusive Echtzeitdaten und lückenloser Dokumentation.
Die Einführung von Q Plant und Q Site hat bei Pittel+Brausewetter den Grundstein für eine durchgängig digitale Prozesslandschaft gelegt und bereits kurzfristig spürbare Verbesserungen gebracht. Durch die Standardisierung der Abläufe ist der Bestell- und Lieferprozess heute klar definiert, digital abgebildet und für alle Beteiligten transparent nachvollziehbar. Medienbrüche werden reduziert, Nachfragen und manuelle Übertragungen gehen deutlich zurück.
Ein wesentlicher Mehrwert liegt in der Echtzeit-Transparenz. Produktionsdaten sind jederzeit einsehbar, insbesondere an der Mischanlage. Damit können Kapazitäten besser gesteuert, Engpässe frühzeitig erkannt und Abläufe vorausschauend geplant werden. Baustellen und Mischanlagen arbeiten mit denselben aktuellen Daten, wodurch Fehlbestellungen, unnötige Wartezeiten und Produktionsstopps vermieden werden.
Zugleich setzt das System auf Nachhaltigkeit und Effizienz. Eine präzisere Produktionsplanung reduziert Energieverbrauch und CO₂-Emissionen, ein zentraler Faktor für Umweltberichte, Ökobilanzen und die Erfüllung zunehmender Dokumentationspflichten. Der strukturierte Informationsfluss zwischen Mischwerken, Bauleitung und Management führt zu schnelleren Entscheidungen und besser abgestimmten Abläufen.
Mitarbeiter
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Neben den messbaren Effekten auf Effizienz und Transparenz hatte das Projekt einen deutlichen kulturellen Einfluss auf das Unternehmen. Die Mitarbeitenden in den Mischwerken, die zuvor mit Excel-Tabellen oder individuellen Insellösungen arbeiteten, nutzen heute eine gemeinsame digitale Plattform. Informationen, die früher mühsam zusammengetragen werden mussten, stehen nun zentral und aktuell zur Verfügung.
Die Geschäftsführung kann Entwicklungen direkt im System verfolgen, Produktionsabweichungen erkennen und auf Basis verlässlicher Kennzahlen Entscheidungen treffen. Gleichzeitig wurden Prozesse sichtbar, die in der Praxis anders verliefen als gedacht. Diese neue Transparenz machte es möglich, Abläufe zu hinterfragen, Verantwortlichkeiten klarer zu definieren und Optimierungen unmittelbar umzusetzen.
Damit ging ein wichtiger Schritt in Richtung einer datengetriebenen Steuerung der Produktions- und Lieferprozesse einher. Die Digitalisierung wurde nicht als reines IT-Projekt verstanden, sondern als Veränderungsprozess, der Organisation, Rollen und Zusammenarbeit nachhaltig beeinflusst.
Zentrales Feedback
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Das Digitalisierungsprojekt bei Pittel+Brausewetter ist bewusst langfristig angelegt und bildet die Basis für weitere Schritte in Richtung einer vollständig vernetzten Prozesslandschaft. In den kommenden Phasen sollen zusätzliche Mischanlagen und Beteiligungen in das System integriert werden. Externe Kunden sollen künftig direkt über Q Site oder über andere angebundene Systeme, etwa via Smart Site One oder Sequello, bestellen können.
Parallel dazu wird daran gearbeitet, Produktionsplanung und Qualitätssicherung noch enger zu vernetzen und Energieeffizienzanalysen zu vertiefen, um weitere Potenziale zur Kosten- und Emissionsreduktion zu erschließen. Ein weiterer Fokus liegt auf der digitalen Anbindung von Lieferanten der Mischanlagen und deren Systemen, um Bestell- und Lieferprozesse durchgängig abzubilden.
Auch Themen wie digitale Nachverfolgung (Traceability), Labordatenintegration und automatisierte Umweltberichte stehen bereits auf der Roadmap. Mit der vollständigen Vernetzung aller Werke wird Pittel+Brausewetter künftig auf bis zu sechs digitale Mischanlagen zentral zugreifen können - ein Benchmark für die Branche und ein weiterer Schritt hin zu einer modernen, datengetriebenen Organisation.
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